Opernale 2021 – Luise Greger wiederentdeckt

20. August 2021

Musiktheater-Uraufführung zu Leben und Werk der Greifswalder Komponistin Luise Greger (1861-1944)

Stückentwicklung  / Regie: Henriette Sehmsdorf
Kompositionen von Luise Greger
Musikalische Einstudierung und Arrangement: Benjamin Saupe
Kostüme: Stefanie Gruber

Mit: Joana-Maria Rueffer, alte Luise (Sopran); Friederike Schnepf, junge Luise (Sopran); Lars Grünwoldt, Dr. Malcus, Sohn Helmuth, Pfarrer Theodor Weiß (Bariton); Benjamin Saupe div. Rollen und Klavier

Die Wiederentdeckung bemerkenswerter pommerscher Frauen zieht sich wie ein roter Faden durch die Musiktheater-Uraufführungen der OPERNALE. Auf Sibylla Schwarz, dem jungen Dichtergenie aus der Barockzeit und der niederdeutsch dichtenden Pfarrerstochter Alwine Wuthenow folgt nun Luise Greger.

„Geboren bin ich in Greifswald, wo es die fetten Gänse gibt. Ich bin auch eine von den Gänsen“. Luise Gregers Worte sind dokumentiert und geben dem neuen Musiktheaterwerk seinen Titel.

Wer war diese Frau, die in Hessen mit einem internationalen Festival gefeiert wird, in ihrer Geburtstadt aber noch eine Unbekannte ist? Im Dezember 1861 als Luise Henriette Karoline Sumpf geboren, verbrachte sie die ersten 26 Jahre in der Hansestadt. Gerade diese Greifswalder Jahre prägten sie entscheidend. Sie wächst in einem aufstrebenden bürgerlichen Milieu auf, das ihr nicht nur sehr gute Allgemeinbildung, sondern auch eine musikalische Ausbildung ermöglicht. Die standesgemäße Heirat mit dem Arzt Dr. Ludwig Greger zementiert das gutbürgerliche Leben. Nach der Scheidung im Jahr 1910 beginnt ihre produktivste Zeit als selbständige Komponistin, Sängerin, Pianistin, Saloniére und Verlegerin der eigenen Werke.
Mehr aus dem Leben von Luise Greger erfahren Sie hier.

Luise Gregers künstlerischer und gesellschaftlicher Aufstieg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ihr Ende in der Psychiatrischen Anstalt Merxhausen erinnert an Figuren, wie sie von Thomas Mann in seinen großen epischen Werken beschrieben worden sind. Das Leben dieser Künstlerin zeichnet ein eindrückliches Zeit- und Sittengemälde deutscher Geschichte – vom Kaiserreich und seiner selbstbewussten Gründermentalität bis hin zum Absturz in das schwärzeste Kapitel, der NS-Zeit.

Die Uraufführung fand am 20. August 2021 in der STRAZE Greifswald statt, dem ehemaligen „Gesellschaftshaus zum Greif“, indem vermutlich auch die tanzlustige junge Luise ein häufig gesehener Gast war. Ob sie hier ihren späteren Verlobten Dr. Ludwig Greger bei einem Ball kennengelernt hat ist nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich.

Lesen Sie dazu auch unseren Flyer

In den Medien:

Nordkurier am 20.8.
Ostsee-Zeitung am 23.8.
NDR Nordmagazin am 21.8.

Termine und Aufführungsorte

Freitag, 20. 08. 20 Uhr STRAZE Greifswald
Sonntag, 22.08. 17 Uhr Kirche Brandshagen, Gemeinde Sundhagen
Freitag, 27.08. 20 Uhr Klinikumskirche Stralsund
Samstag, 28.08. 20 Uhr Postel Wolgast
Sonntag, 29.08. 17 Uhr Klanghaus am See Klein Jasedow
Freitag, 03.09.  19 Uhr St. Marien-Kirche Jarmen
Samstag, 04.09. 19 Uhr Dorfkirche Bagemühl bei Brüssow
Sonntag, 05.09. 17 Uhr Burg Klempenow
Freitag, 10.09. 18  Uhr Ballsaal Peter-Tucholski-Haus Loitz *
Samstag, 11.09. 17 Uhr Kultur- und Wegekirche Landow, Rügen
Samstag, 18.09. 19 Uhr Herrenhaus Liepen – Eichhorst
Sonntag, 19.09. 17 Uhr Kunstmuseum Ahrenshoop (Open Air im Garten des Museums)

*Nach der Vorstellung Publikumsgespräch zum Thema: „Konservatismus und Heimatverbundenheit“ mit Prof. Dr. Wolfgang Muno, Jan Müller (beide Universität Rostock) sowie Dr. Anna-Constanze Schröder (Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern), Moderation: Christoph Wunnicke, in Zusammenarbeit mit dem DemokratieLaden Anklam.

Eintrittskarten sind ab Mitte Juli zum Preis von 25 € / erm. 15 € (zzgl. ggf. anfallender Gebühren) in den bekannten mvticket.de – Vorverkaufsstellen, online unter mvticket.de oder in den jeweiligen Veranstaltungsorten erhältlich. Inhaber*innen der EhrenamtsKarte erhalten die Tickets ebenfalls zum ermäßigten Preis.

 

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