Luise Greger wiederentdeckt

2021 widmete die OPERNALE zum dritten mal einer bemerkenswerten pommerschen Frau eine Musiktheater-Uraufführung. Auf Sibylla Schwarz, dem jungen Dichtergenie aus der Barockzeit und der niederdeutsch dichtenden Pfarrerstochter Alwine Wuthenow folgte die Komponistin, Pianistin, Sängerin und Verlegerin Luise Greger (1861-1944).

Mehr als 1000 Besucher kamen zu den insgesamt 12 Vorstellungen vom 20. August bis 19. September 2021 unseres Musiktheaterwerkes „Luise Greger, eine pommersche Gans“. Sie feierten mit viel Beifall das Ensemble und damit auch die Komponistin Luise Greger. Bereits im Frühjahr gab es ein Digitalkonzert mit Liedern von Luise Greger, am 20. Juni ein Benefizkonzert in der Greifswalder STRAZE zu Ehren des 160. Geburtstages der Komponistin und am 21. August ein Gesprächs-Konzert, das die Musik und Zeit, in der Luise Greger sie schuf, reflektierte. So können wir resümieren:

Luise Greger ist musikalisch zurück in ihrer Geburtsstadt Greifswald, eine bedeutende Tochter der Stadt ist wiederentdeckt.

Das bestätigen auch Zuschriften einiger Besucher unserer Aufführungen:
„Super inszeniert und hervorragend gesungen – Luise in ihrem Zeitgeschehen wird in unserer Zeit lebendig gemacht“, schrieb Klaus Boellhoff aus Klempenow.

„Wieder ein Schatz gehoben, ein ‚Baby‘ geboren, eine wahre Geschichte erzählt, die der Vergessenheit entgegengewirkt“, merkte Karen Salewski aus Greifswald an.

Der Greifswalder Musikwissenschaftler Ekkehard Ochs hob hervor: „Es erwies sich als eine tragfähige Idee, in einem musiktheatralischen Stück eine bislang zumindest in Greifswald und Vorpommern vergessene Komponistin ins Bewusstsein zurückzurufen. Autorin und Regisseurin Henriette Sehmsdorf konnte damit nach den Dichterinnen Sybilla Schwarz (2014) und Alwine Wuthenow (2017) nicht nur eine weitere, dritte Greifswald zuzuordnende und wichtige Frauengestalt auf die Bühne bringen, sondern mit der Pianistin, Sängerin und Komponistin Luise Greger auch noch eine Vertreterin von schon fast exotischer Rarität. (…) Es wird klar, wie bedeutsam, ja unersetzbar, eine solche Initiative wie die des Opernale Instituts für Musik & Theater in Vorpommern ist.“ Der wieder entdeckten Komponistin bescheinigt er „gekonnte Handhabung seinerzeit genutzten Handwerks. Die Lieder demonstrieren musikalischen Einfallsreichtum, eine durchaus breite Palette harmonischer Vorstellungen und viel Sensibilität für unterschiedliche Texte.Den vollständigen Text von Ekkehard Ochs können Sie hier lesen.

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